The Rest

Gebet des Studenten vor der Mensa

Lieber Herr,
Ich weiß ich bete weder oft noch viel.
Ich weiß andere haben es viel schwerer in ihrem Leben und wären froh wenn sie überhaupt etwas zu essen hätten. Ich weiß, ich sollte mich eigentlich nicht beschweren, aber in Anbetracht dieses täglichen Brotes, welches ich mir gerade aus unserer Mensa geholt habe, bestehend aus etwas was ich jetzt einmal gutwillig als Fleisch mit Käse (?) überbacken identifiziere, möchte ich dich um etwas bitten...
...bitte laß es besser schmecken als es aussieht...
...oder laß es wenigstens halbwegs essbar sein...
...oder wenigstens noch einigermaßen bekömmlich...
...oder, wenn das alles nicht zutreffen sollte, bitte laß mein Leiden kurz und schmerzlos und bald vorbei sein.
Danke oh Herr,
Amen
26.7.07 13:09


Geschlechtergeschichte irgendwie und auf Schlafentzug

So, nachdem ich es endlich einmal geschafft habe auch mein zweites Thema für meine mündliche Prüfung in zwei Wochen wenigstens anzufangen und einigermaßen weit zu kommen (ja, ich denke sechs Uhr morgens ist die perfekte Zeit dazu um zu lernen... da lenkt einen nunmal fast nichts ab...) stoße ich bei meinen Bemühungen wieder einmal auf ein paar alte Probleme die sich so als Lücken zwischen den verschiedenen historischen Disziplinen ergeben.
Was ich meine ist: Die Emanzipation ist seltsam.
Nein, ich meine damit nicht daß ich etwa die Emanzipation als Errungenschaft in Frage stellen würde, beileibe nicht. Ich finde sie ist eine der besten Sachen die der Menschheit bis jetzt passiert ist, gleich nach dem Aufrechten Gang und noch vor der Entdeckung des Feuers (und noch weit vor der Erfindung des Internets).
Allerdings kommt meinem koffeingetränkten Hirn nach mehreren Stunden Wiederholung von Themen der Geschlechtergeschichte der frühen Neuzeit (ich hatte vor zwei Semestern ein Seminar darüber) und der Möglichkeit des Vergleichs mit Themen der Geschlechtergeschichte des Mittelalters (eine Vorlesung die ich dieses Semester hatte) und noch dazu meines Vorwissens aus meiner Kollegstufenzeit (Ich war der einzige der freiwillig ein Referat zum Thema Frauenbewegung halten wollte) der Verdacht, daß sich manche Forscher unbedingt darauf versteifen wollen daß ihr Forschungsbereich im Vergleich zu anderen Zeiten doch ach so viel fortschrittlichicher war.
Es geht mir also nicht so sehr um die Empanzipation sondern eher um die Leute die sie erforschen.
Ich weiß nicht was ich davon halten soll: im Mittelalter war die Frau garnichtmal so schlecht gestellt, nur aus religiösen Gründen wurde sie von ein paar wenigen Sachen ausgeschlossen (Pflügen z.B.). Aber in der Neuzeit dann gings ihr dann viel besser, nur aus religiösen/gesellschaftlichen Gründen blieb sie von ein paar Sachen ausgeschlossen (Handwerk z.B.). Und später gings ihr dann noch mal besser, nur aus gesellschaftlichen Gründen blieb sie lange ausgeschlossen. Und erst seit dem letzten Weltkrieg gings ihr dann besser, nur blieb sie dann aus gesellschaftlichen Gründen ausgeschlossen (weil die Männer nämlich wieder aus der Gefangenschaft zurückkamen und ihre Jobs wollten). Und seitdem geht es den Frauen wieder besser.
Irgendwie erkenne ich da langsam ein Muster. Es ist nicht so daß diese Leute konsequent leugnen daß es eine Emanzipation gegeben hat, wenn man es vergleicht drängen sie die Gründe dafür nur auf die ungeliebten Übergangsphasen zwischen (sowieso einigermaßen willkürlich festgelegten) historischen Epochen zusammen.
Männer und Frauen waren größtenteils gleichberechtigt, sagt der Mittelalterhistoriker, nur davor und danach noch nicht/nicht mehr. Das Mittelalter war doch fortschrittlicher als ihr denkt! Und wir hatten die Ritter!
Männer und Frauen waren immer gleichberechtigter, sagt der Historiker der frühen Neuzeit, nur davor und danach noch nicht/nicht mehr. Die Zeit war damals doch nicht so dunkel, nur arm und dreckig und dann kam schon gleich die Aufklärung und die war toll.
Männer und Frauen wurden in unserer Zeit immer gleichberechtigter, sagt der Neuzeithistoriker, nur am Anfang unserer Epoche nicht, und am Ende wurds auch happig. Aber dafür hatten wir die schlimmsten Verbrechen der Weltgeschichte.
Und der Zeitgeschichtler sagt: ja so seit 20, 30, 40 jahren sind wir immer gleichberechtigter, immer mehr gleichberechtigter als zuvor.
Der Zeitgeschichtler sagt nichts über die Zukunft, aber dafür haben wir ja Eva Hermann die meint zu wissen wie du Zukunft aussehen soll.
Nein im Ernst, irgendwie sagt jeder Teilbereich im Grunde daß die Frauen ja eigentlich ziemlich gleichberechtigt waren; nicht so gleichberechtigt wie heute aber doch schon im Rahmen der Meßgenaugkeit ziemlich weit fortgeschritten.
Niemand leugnet daß es Frauen im Vergleich zu Männern oft einfach dreckig ging, aber sie waren halt doch ein bissl besser dran als man so landläufig normalerweise glaubt.
Irgendwie auf paradox-komplizierte Art lächerlich.
27.3.07 06:14


Jason Beam - Fortress of Solitude

Jason Beam - Fortress of SolitudeIch will da raus, ich renne gegen eine Wand, ich kann nicht mehr schreien, ich sehe nicht mehr was ich sehen will. Ich bin hilflos und will hier weg. Und dabei weiß ich daß ich mir diese Mauern, diese Festung selbst gebaut habe. Daß ich der einzige bin der sie niederreißen kann.
Aber ich baue mir diese Mauern aus Furcht vor der Einsamkeit, ich versuche mich vor der Einsamkeit zu schützen und isoliere mich dabei noch mehr.
Ich bin in der Festung gefangen die ich mir selbst gebaut habe, ich bin selbst meine Festung und alles was ich tun müsste ist die Augen zu öffnen, aber das tue ich nicht.

Ich bleibe in der Festung.


Ich weiß nicht wirklich warum mir dieses Bild soviel bedeutet.
Wahrscheinlich wegen des Titels.
Vielleicht wegen der Farben?
Wegen der Gesamtkonzeption?
Vielleicht auch einfach weil es das ausdrückt was ich fühle.

Jason Beam ist ein recht junger Künstler (Anfang 30) aus der Mitte der USA, der sich seit einigen Jahren einen Namen im Bereich der eher düsteren Kunst macht. Seine Arbeiten sind dabei meist von einem Stil der in einem Zwischenraum zwischen Digitalem Grafikdesign und der bloßen Manipulierung von Photos liegt. "Fortress of Solitude" ist bei weitem noch keines seiner besten Bilder. Dazu hat er, hoffentlich, noch viel zu viel Leben vor sich...

(Artwork by Jason Beam)
7.12.06 23:31


Soll das ein Witz sein?

Gestern kam irgendwann nachts eine Mail von der Unibib, die ich gerade gelesen habe:

Widerruf der Verlaengerung

Leider muessen wir die gewaehrte Verlaengerung der Leihfrist fuer
folgende
Medien widerrufen.
Wir bitten Sie um unverzuegliche Rueckgabe. Falls diese nicht erfolgt,
ist die Bibliothek zu kostenpflichtiger Mahnung berechtigt.


Soll das ein Witz sein?
Ich soll dafür zahlen, daß sie sich nachträglich dafür entscheiden eine Leihfrist nicht zu verlängern? Was soll das überhaupt heißen?
Geht das überhaupt?
Noch besser ist natürlich, daß zur Zeit Semesterferien sind, und ich das natürlich einfach nicht abgeben kann... Ich komme wahrscheinlich noch in die Bib, die nächsten Wochen jedenfalls, aber was würden sie machen wenn jemand das nicht schaffen würde? Wenn er zum Beispiel gerade bis zum Ende der Leihfrist in, sagen wir mal, Argentinien wäre?
6.9.06 00:57


Freie WLAN-Netze

Vom Spiegel gleich mal als WLAN-Sozialismus deklariert, gibt es jetzt ein Unternehmen welches versucht flkächendeckend kostenlosen WLAN-Zugang aufzubauen. Die Idee von FON ist dabei einfach: Jeder bekommt kostenlosen Zugang wenn er gleichzeitig seinen Zugang als Hotspot zur Verfügung stellt.
Ob das so funktioniert ist noch zu erwarten, für mich klingt das ganze sehr Menschenanfällig. Denn ich denke da haben wir das Problem: Jeder will nur nehmen und nicht geben.
Egal, auf jeden Fall ist es wahrscheinlich toll das auszuprobieren solange es noch so heiß wie jetzt ist, ohne große Werbung, sondern bis jetzt nur Mundpropaganda.
So etwas änliches gibt es offenbar dann auch schon in Deutschland, noch nicht so aufgezogen wie bei FON, sondern eher in kleinem Maß: freifunk.net
Die haben aber das Problem, daß sie nunmal wirklich nicht so groß sind.
Nun bleibt nur ein Problem: Strahlung... so wie die Pläne da aussehen werden wir bnald alle verstrahlt werden...
Aber was tut man nicht alles für den Fortschritt...
4.9.06 18:21


Virtuelle Hochschule Bayern

So ich bin nun stolzer (?) angemeldeter Benutzer (oder User, wies so schön neudeutsch heißt) der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb), weil wenn die Uni Bamberg schon mal eine der Trägerhochschulen dafür ist...
Naja, leider bekommen wir in den Geisteswissenschaften davon nicht allzu viel mit, das Kursangebot ist dann auch eher auf Wirtschaftler, Informatiker und den Bereich Soziale Arbeit (hier mit sehr großer Beteiligung von Bamberg, aber leider nicht mehr lange...) ausgelegt.
Für mich interessant sind da eher die Bereiche Lehramt und Schlüsselqualifikationen, und selbst da finde ich das ganze etwas bemüht. Von den ca. 170 Kursen die Für das Wintersemester angeboten werden finde ich höchstens 10 interessant, und davon sind sich allein 6 sich so ähnlich daß ich nur einen davon machen müsste (entweder das, oder das Wort "interkulturell" in ihrem Titel ist nur modischer bzw. modernistischer Einschlag in die Namensgebung).
Der einzige Kurs der speziell auf mein studium zugeschnitten scheint ist ein Kurs für Paläographie, der allerdings in Bamberg nicht als Schein anerkannt wird, das heißt es würde mir von meinen Scheinen her gar nichts bringen, aber evtl. halt für meinen Kenntnisstand bezüglich mittelalterlicher Schriften. Warum das ganze allerdings unter Schlüsselqualifiktionen drin steht verstehe ich nicht ganz... Wieviele Diplomwirtschaftler müssen wissen wie man eine karolingische Minuskel liest? Na gut, einen besseren Bereich hätte es aber dann auch nicht wirklich gegeben um das Angebot einzustellen.
Die Anmeldung für das ganze programm ist in der Hinsicht aber auch etwas... heftig... es genügt nicht etwa eine Onlineanmeldung mit, sagen wir mal, der Matrikelnummer und einer der sowieso mittlerweile nur noch elektronisch vorhandenen Immatrikulationsbescheinigungen... nein, da muß schon gutes altes Papier her, und ein Brief an die Verwaltung der vhb geschrieben werden. Mir wirkt das ganze noch etwas zu kompliziert um wirklich so viel für das Studium zu bringen, vielleicht ist es aber an anderen Fachbereichen etwas anders. Wirtschaftsinformatiker finden das ganze wahrscheinlich ganz toll. Naja, die haben auch ein größeres Kursangebot. Vielleicht macht sichs aber später in einer Bewerbung ganz gut wenn man dort ein, zwei Kurse belegt... Umgang mit neuen Medien und so...
25.8.06 18:53


Niederschlag von gestern

Man glaubt manchmal gar nicht daß das was man auf einer Karte eines Restaurants (sagen wir mal: das Il Centro) findet, dann wirklich gut schmeckt. Oder wie klingt etwas wie Datteln im Speckmantel für euch? Lasst euch sagen: Es ist einfach himmlisch...
Und hat nur das übliche Dattelproblem, daß die Früchte dir manchmal an den Zähnen kleben bleiben... Datteln halt.
(und wahrscheinlich ist es eine absolute Kalorienbombe...)

Wenn man auf Facebook geht kann man dort auch networken, ähnlich wie eben das Studiverzeichnis in Deutschsprachigen Ländern, nur daß jetzt offenbar auch Bamberg als mögliche Uni gilt. Das witzige was ich bei der Anmeldung gerade festgestellt habe: Bei Beziehungsstatus gibts bei Facebook nicht nur sowas wie "Single", "In a Relationship", "Married"... sondern auch plain and simple: "It's Complicated".
Das ist mal schlau...

Gestern hatte ich beim heimfahren dieses gewisse Cyberpunk Feeling. Wir waren kurz noch etwas trinken gestern abend und auf dem Weg durch die Hintergassen Richtung Feki fängen auf einmal alle Gullydeckel an zu dampfen/rauchen (und zum Himmel zu stinken) als ob da unten gerade irgendwas brennen würde oder so. Es sah ziemlich gefährlich aus. Bei der Feki dann sah man einige Schläuche die heißes Wasser in die Gullys laufen ließen. Meine Betrachtung des ganzen wurde dann aber von irgendjemand (ich denke mal es waren die Verantwortlichen) gestört, die mich von dort vertrieben haben. Naja, denk ich mir, ist nichts besonderes. Da spülen sie halt die Kanäle aus, vor allem als ich bei der Feki dann eine Baustelle seh. Als ich daran vorbei fahre finde ich aber hinter der Baustelle ein riesiges Polizeiaufgebot. 4-5 Wagen wenn ich richtig gezählt habe, einige Menschen in Grün die da rumstehen und mit anderen, zivil gekleideten Personen reden. hmm... seltsam... warum sit in Bamberg soviel nur mitten in der Nacht los?
17.8.06 15:11


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