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Studien zur Steigerung der Gewaltbereitschaft durch heilige Schriften

Auf Telepolis wird von zwei Studien in Holland und den USA geschrieben bei denen die Steigerung der Aggressionsbereitschaft nach dem Lesen religiöser Texte untersucht wurde. Anders gesagt: es wurde jungen Leuten (die in den USA größtenteils, in Holland zumindest einige an Gott und die Bibel glaubten) ein sehr makaberer Text aus der Bibel vorgelegt (Richter 19-21); den einen wurde erzählt es handle sich um den Bibeltext, den anderen es handle sich um eine neu gefundene Schriftrolle. Danach wurde ein Aggressionstest durchgeführt der zeigte daß die Leute die wussten daß der Text aus der Bibel stammt deutlich aggressiver reagierten als die die das ganze für irgendeine Schriftrolle hielten.
22.3.07 15:26


45-jährige männliche elfische Schamanin überfällt Unterwäscheladen

In Belfast hat ein 45jähriger Mann einen Überfall auf einen Laden für Frauenunterwäsche verübt.
Er hat offenbar die Verkäufer dort mit einem Messer bedroht und sich mit einem haufen Unterwäsche davongemacht.
Seine Verteidigung: Er hat sich zu dem Zeitpunkt für eine weibliche elfische Schamanin gehalten und sagt daß er wohl offenbar Realität und Fiktion etwas durcheinandergeschmissen hat. Er sagt er habe zu viel Shadowrun gespielt und das hätte ihm diese Wahnvorstellungen gegeben. Er glaubte zu der Zeit statt mit einem Messer mit einem Samuraischwert bewaffnet zu sein. Allerdings gibt er zu daß seine Erinnerung an das ganze etwas verwaschen ist.

Ähm...
Ich würde jetzt gerne etwas sarkastisches sagen über diese Nachricht, ich kann aber nicht. In diesem kurzen Text ist soviel abartig Bizarres enthalten...
Ich glaube sowas nennt sich eine Reizüberladung...

Oh mein Gott, ich werde nie wieder Shadowrun meistern können ohne daran zu denken was ich meinen Spielern damit antue...

Quelle: metro.co.uk
8.3.07 07:48


Sechs Cent

Das Telefon klingelt, ich bin gerade kurz über meinen Unisachen weggenickt.
Ich gehe ran, eine Frau mit schwerem osteuropäischen Akzent meldet sich. Im Hintergrund etwas was entfernt an Bürogeräusche erinnert.

Sie: Hallo, ich rufe an von der Deutschen Telekom.
Ich: Ja?
Sie: Wir haben festgestellt, daß sie bei uns einen Vertrag haben und zu viel bezahlen. Sie werden noch nach dem alten Tarif abgerechnet und zahlen noch sechs Cent die Minute.
Ich: Aha.
Sie: Können sie bitte ihre Telefonrechnung zur Hand nehmen damit wir ihre Informationen haben können um das umzustellen.
Ich grinse schon etwas und bewege mich keinen Zentimeter: Ja klar.
Sie: Wieviel bezahlen sie denn zur Zeit monatlich.
Ich (fabuliere frei heraus): 30 bis 50€
Sie: Bitte nochmal.
Ich: 30 bis 50€
Sie: 53€, das ist viel zuviel. Könnte ich bitte von ihnen ihre Verbindungsdaten von ihrer Rechnung haben.
Ich: Hallo?
Sie: Ja, könnte ich bitte...
Ich: Hallo hören sie mich?
Sie: HALLO, Ja ich höre sie, könnte ich bitte...
Ich: Sind sie noch dran?
Sie: HALLOOOOOOO, JAAA ICH HÖÖÖÖÖRE SIEEEE...
Ich: Komisch...
-klick-

Ich hatte zu dem Zeitpunkt nicht gedacht daß sie noch mal anruft, normalerweise geben solche Leute schon nach dem ersten mal auf wenn man ihnen das vorspielt. Aber nein, nicht mal 10 Sekunden später...

-klingel-
Sie (schon etwas gereizt): Ja, hallo, jetzt höre ich sie. Wir haben festgestellt daß sie zuviel zahlen. Sie zahlen sechs Cent die Minute. Könnten sie mir bitte ihre Verbindungsdaten von ihrer Telefonrechnung durchgeben.
Ich (etwas müde): Warum?
Sie: Wir haben festgestellt daß sie zuviel zahlen. Sie zahlen sechs Cent die Minute. Das ist zuviel. Könnten sie bitte ihre Telefonrechnung zur Hand nehmen und...
(langsam ermüded mich diese Drohne mit ihrem auswendig gelernten Text)
Ich: Das sollten sie doch wissen.
Sie: WAAS?!
Ich: Naja, sie stellen mir doch meine Rechnung aus, sie müssten doch wissen wen sie anrufen.
(Ich hatte da eigentlich gehofft das Gespräch noch etwas länger zu ziehen und sie noch etwas zu verwirren und eventuell sogar etwas an Informationen über ihren modus operandi herauszubekommen, bei ihr klickte da aber Notfallprogramm B ein, offenbar war ich einer der "schwierigen" "Kunden")
Sie: WARTEN SIE!
-seltsame Geräusche-
-tüt-
Eine neue Stimme meldet sich, trotz einer monstermäßigen Zerhackung erkennt man eine typische Anrufcomputerstimme, Typ: Netter männlicher Anrufer; wahrscheinlich von einem echten Gespräch aufgenommen vermute ich. Im folgenden war das ganze schwer zu verstehen weil es klang als würde die Verbindung erst über 5 Kontinente geleitet und dann zum Mars.
Computer: Guten Tag, ich bin [unverständlicher Name] von der Deutschen Telekom. Mit wem spreche ich denn bitte?
Ich seufze, sage dann mein Pseudonym das ich immer in solchen Situationen verwende: Lukas Apfel.
-knacksknack-
Computer: Wie bitte?
Ich: Lukas Apfel.
Computer: Apfel! Wir haben festgestellt -Knacks- sie zuviel _Knacksknacks-, sie zahlen sechs Cent pro Minute. Kö -Leier- sie...-surrrrrrrrr-
Und in diesem Augenblick verabschiedete sich wahrscheinlich der Computer und hoffentlich die ganze Wohnung/das "Büro" der Anrufer in einem Rauchwölkchen aus dieser physischen Daseinsebene. Ich habe seitdem jedenfalls nichts mehr von ihnen gehört. Oder ist das zuviel zu hoffen?

Eigentlich ist es ziemlich schade, daß ich kein Display an meinem Telefon habe um mir anzuzeigen wer mich da anruft. Obwohl die wahrscheinlich ihre Nummern unterdrückt hätten wenn sie schlau wären. Wenn nicht hätte ich zumindes etwas an der Hand gehabt was ich gegen sie verwenden könnte, aber nun gut...
Ich kann mir durchaus vorstellen daß es einige Leute gibt die auf sowas reinfallen. Ältere Herrschaften, Rentner und Leute die man einfach gerade auf dem falschen Fuß erwischt. Irgendwie gruselig sich vorzustellen was diese Leute mit meinen Telefondaten anrichten könnten.
21.2.07 12:30


SchülerVZ

Seit gerade eben bieten die Betreiber des StudiVZ den gleichen Sevice auch für Schüler an: Siehe hier.
Naja, was heißt gleich. Erstmal nur auf Einladung von jemand der seit mindestens Valentinstag Mitglied ist, zweitens auf die Bedürfnisse und die "Sicherheit" von Kindern heutzutage angepasst.
Sicher doch, weil wir doch alle wissen daß Schülern überhaupt nichts passiert wenn sie so etwas machen...
Ich weiß ich habe mich sehr darüber aufgeregt, daß sich die Leute so künstlich über die Sicherheitsprobleme des StudiVZ aufgeregt haben und dabei doch irgendwie öfters mal den wichtigen Punkt dabei vergessen haben: Das StudiVZ war (ist) ein Ort für Leute die vom Alter her und eigentlich auch von der erwarteten Reife her erwachsen sein sollten, Leute die auf sich aufpassen können sollten und wissen sollten was mit ihren Daten passieren kann wenn sie die frei heraus an irgendwen verteilen den sie nicht mal kennen. Das ein großer Teil der Studenten diesen Erfodernissen nicht entspricht steht auf einem anderen Blatt.
Das Problem welches ich dann bei sowas wie dem SchülerVZ sehe ist, ganz klar, daß sich da Schüler anmelden. Kinder.
Jetzt noch auf Einladung, ok, aber bald einfach so.
Und, mehr als ich das bei meinen lieben Mitstudierenden tue, ich bezweifle irgendwie daß die heutige Jugend so medienkompetent ist, damit umzugehen. Oh, der eine oder andere ganz sicher, aber wenn sich die Plattform durchsetzt haben wir zwei Monate später den ersten Fall von irgendeinem Pädophilen der sie benutzt um an minderjährige Opfer ranzukommen (wie oft man in letzter Zeit von "sexual predators" auf Myspace gehört hat...). Oder es taucht Kinderpornographie auf die nicht von irgendwelchen Perversen sondern von den Kindern selber online gestellt wurde. Es gibt Kinder die das machen werden. Kinder sind so doof.
Ich will ja nicht negativ wirken, aber ich halte das ganze dann doch für eine etwas... bescheidene Idee; mal sehen, wir haben den Aufschrei der Öffentlichkeit in eins...zwei...
21.2.07 00:03


After the bomb

Bilder von Hiroshima, kurz nach der Bombe. Das sind Bilddokumente die man normalerweise nicht so leicht in Geschichtsbüchern findet. Nichts für Leute mit einem schwachen Magen.
10.2.07 14:57


Kruder Computerhumor

Es gibt da die uralte Geschichte mit der Sprachsoftware. Zu DOS-Zeiten soll es einmal bei einer Produktvorstellung von Microsoft folgende Situation gegeben haben:
Vorgestellt wurde ein Spracheingabesystem, eines von diesen Dingern die noch nie wirklich funktioniert haben die aber immer schon von vielen Leuten (Star Trek Geeks?) gewünscht wurden. Das System lief unter dem guten alten MS-DOS und so spielten die Leute die das ganze vorstellten ein bißchen auf der Dos-Shell rum.
Irgendwann kam dann jemand im Publikum auf die Idee einen kleinen Zwischenruf zu machen:
FORMAT C COLON ENTER
und dann nach kurzer Pause
YES
1.2.07 23:14


Provinzposse

Die Ortschaft Schnabelwaid hat etwas mehr als 1000 Einwohner und liegt ziemlich am Rand der Fränkischen Schweiz, zwischen Bayreuth und Pegnitz ungefähr. Ich kenne ein paar Leute aus diesem kaff die mit mir an der Schule waren, von der Ortschaft selbst habe ich meist nie mehr gesehen als die paar Häuser und die Ampel an denen man auf dem Weg von Pegnitz nach Bayreuth vorbeikommt. Schnabelwaid ist nicht wirklich so großartig.
Die letzte Woche war es aber offenbar Schauplatz eines kommunalpolitischen Schmierentheaters und einer der üblichen Schlammschlachten in diesem Milieu.
Ich habe dann gestern davon erfahren als ich heimgekommen bin: Am letzten Sonntag war Kommunalwahl in Schnabelwaid, nach dem Tod des alten Bürgermeisters im Herbst hatte vorerst der 2. Bürgermeister das Amt übernommen, dann wurde neu gewählt. Letzten Sonntag kam dann zuerst der SPD-Kandidat als Siger heraus, mit knappen 11 Stimmen Vorsprung. Zu diesem Zeitpunkt waren die Stimmzettel ganze sieben mal durchgezählt worden. Offenbar hatte es eine Unstimmigkeit gegeben weil zwei Wahlzettel aneinandergeklebt waren. Man müsste denken daß ein siebenmaliges Durchzählen genügen würde.
Danach wurden die Wahlzettel versiegelt und nach Creußen gebracht, zu deren Verwaltungsbereich die Ortschaft zählt. Dort wurde nochmal ausgezählt, der CSU-Kandidat als Sieger bestimm (mit 7 Stimmen Vorsprung) und gleich mal offiziell gemacht.
Natürlich ist es doof wenn man zuerst erfährt man sei der Gewinner und dann doch erfährt das das Gegenteil der Fall war. Noch doofer ist es allerdings wenn man dann erfährt wie diese neue Auszählung zustande gekommen war: Offenbar war ein Gemeinderatsmitglied unzufrieden mit dem guten Abschneiden der SPD und ließ die Siegel auf den Unterlagen noch einmal öffen und neu auszählen. Denn es kann ja gar nicht sein daß die SPD gewinnt. Also alles noch mal aufgemacht, ausgezählt und siehe da: die CSU hat gewonnen.
Worauf allerdings nicht geachtet wurde waren die üblichen Vorschriften. Eigentlich müsste nämlich der Wahlleiter anwesend sein wenn die Wahlunterlage geöffnet werden, dieser war allerdings nicht greifbar, also wurde kurzerhand einfach so neu geöffnet. Ohne Kontrolle ob die Siegel in Ordnung seien, von Leuten die nicht dazu befugt waren. Wahrscheinlich wäre das auch überhaupt nicht aufgefallen (oder unter den Tisch gekehrt worden) wäre nicht genau der andere Kandidat dadurch Bürgermeister geworden.
So allerdings steht Schnabelwaid mit einem kleinen Wahlskandal da und die Leute dort bekleckern sich auch nicht gerade mit Ruhm wenn es um die Angelegenheit geht. Der Bürgermeister von Creußen meint zu dem Vorgang: "Passd scho!" und will eigentlich nichts auf das Ergebnis kommen lassen, in der Zeitung werden Stimmen laut die meinen daß da schon der richtige gewonnen hat, ein Leserbrief unseres Provinzblattes meint es sei überhaupt schon verdächtig daß bei der ersten Auszählung auch SPDler mitgemacht hätten und der Glossist des Kuriers fabuliert von kasachischen Wahlbeobachtern und Beistandsbekundungen aus Florida.
Das ganze wirft ein bezeichnendes Licht auf die Verhältnisse in diesem Freistaat: Die CSU schwimmt oben, egal worum es geht. Und wenn auch mal ein anderer gewinnt.
27.1.07 22:21


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